Was passiert im 1. bis 4. Lebensjahr bei Kindern mit einem schweren angeborenen Herzfehler?


Sozialverhalten

Obwohl Kinder mit einem schweren, angeborenen Herzfehler möglicherweise mehrere Operationen und lange Spitalaufenthalte hinter sich haben, zeigen sie ein gutes Sozialverhalten. Was sich hingegen bei Herzkindern immer wieder finden lässt, ist eine Unreife, die sich durch heftiges oder längeres Trotzen, Ängstlichkeit und Trennungsängsten äussert. Ein möglichst unbelasteter Umgang mit dem Herzkind wirkt sich dabei besonders positiv auf sein Verhalten aus. Der Kontakt mit Geschwistern oder mit anderen Kindern kann dabei sehr unterstützend sein.


Bewegung

Herzkinder können die motorischen Meilensteine, wie das freie Sitzen, das Krabbeln und das Gehen, teilweise später erreichen. Eine Physiotherapie kann dabei sehr sinnvoll sein, denn sie kann Ihr Kind in der motorischen Entwicklung unterstützen. Bleiben Sie gelassen, wenn sich Ihr Kind mehr Zeit mit dem Laufen lässt. Wie bei gesunden Kindern ist die Variabilität der motorischen Entwicklung sehr gross und jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Tatsächlich überraschen uns die Herzkinder immer wieder, indem sie innerhalb kurzer Zeit grosse motorische Fortschritte machen.


Sprechen

Es ist durchaus möglich, dass ihr Kind die erste Worte oder Sätze etwas später spricht als ein gesundes Kind. Grösstenteils liegt dies noch im Normbereich und es ist keine unterstützende Massnahme notwendig. Es ist jedoch auch möglich, dass das Sprachverständnis und der Wortschatz nicht altersentsprechend entwickelt sind. Ihr Kinderarzt und ihr betreuendes Team am Zentrum werden Sie bei Fragen zur Sprachentwicklung gerne beraten und gegebenenfalls eine logopädische Beurteilung oder Therapie einleiten.


Essen

Auch wenn das Essverhalten im 1. Lebensjahr häufig nicht ganz einfach oder sogar eine Sonde notwendig gewesen ist, ernähren sich praktisch alle Herzkinder nach dem 1. Geburtstag wie gesunde Kinder und beginnen Freude am Essen zu entwickeln. Entsprechend normalisiert sich in der Folge auch das Körpergewicht. Der Familientisch dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, nein, er ist auch für die soziale Entwicklung wichtig und bietet ein Stück „Alltagsnormalität“. Aus diesem Grund sollten Herzkinder unbedingt am Familientisch teilnehmen.


Schlafen

Hier zeigen sich im Vergleich zu den gesunden Kindern keine Unterschiede. 


Trocken werden

Hier zeigen sich im Vergleich zu den gesunden Kindern keine Unterschiede.


Quelle

Bea Latal (2016): Neurodevelopmental outcomes of the child with congenital heart disease. Clinics in Perinatology, 43:173–185